Selbstliebe – Teil 2

„Wie Engel uns lieben“, so heißt das Buch von Sabrina Fox. Sie ist eine Bestseller – Autorin und schreibt in diesem Buch über wahre Begebenheiten mit Engeln. Nun, was wahr für andere scheint, ist für uns nicht immer auch automatisch wahr. Alles, was wir nicht selbst erlebt haben, kann bei uns nicht wirklich bis in die Tiefe dringen. Darum verstehe ich, wenn ihr mir nicht immer folgen könnt und vielleicht sogar manchmal den Kopf schüttelt. Ich empfinde es als Segen, dass ich so empfinde – dass mich die Engel lieben – und würde es euch so gerne auch vermitteln.

Ich hatte zum Glück ja zwei „beeindruckende“ Erlebnisse, und dennoch fordere ich immer wieder meine Engel und Geistführer auf, mir Zeichen zu schicken und in Situationen einzugreifen. In meinem Buch stehen diese zwei Erlebnisse ausführlich beschrieben, und hier sind sie für euch nicht von Bedeutung. Wichtig ist mir nur, dass ihr ein Gefühl für jene Liebe bekommt, die uns Engel entgegenbringen. Es ist kein Mitleid, es ist nicht Mitgefühl, es ist ein unbeschwertes, bedingungsloses und unendlich liebevolles Sein um uns. Ich kann dieses Gefühl nicht ausreichend beschreiben. Es ist auf jeden Fall anders als die Liebe zu einem Partner oder zu Kindern oder anderen lieben Menschen oder zu Tieren.

Liebe ist relativ. Wer kann schon wissen, wie andere lieben, wie sich das bei anderen anfühlt. Selbst einen Orgasmus kann man nicht wirklich beschreiben und ein Mann wird nicht wissen, wie es bei der Frau ist und umgekehrt keine Frau, wie sich ein Mann dabei fühlt. Schmerzen können ebenfalls so schwer beschrieben werden. Angst, Hass, ja alle Gefühle versuchen wir mit Worten zu beschreiben und tun uns unglaublich schwer dabei. Die Literatur lebt von ausdrucksstarker Beschreibung, aber es ist nichts gegen das Gefühl, wenn du dich ganz auf die Liebe eines Engels einlässt.

Selbstliebe hat etwas mit „zu dir stehen“, „dich akzeptieren, wie du bist“, „deine eigene Meinung haben und vertreten“, „an deine Wahrheit zu glauben, auch wenn andere dir nicht zustimmen“ und „dich zu schätzen“ zu tun.

Auch wenn unsere Eltern nur das Beste für uns wollten, haben die meisten doch Situationen geschaffen, in denen wir uns klein und wertlos fühlten. Jeder von uns erinnert sich an Situationen, in denen er gemaßregelt oder verletzt wurde. Solche „negativen“ Erlebnisse haben unsere Selbstliebe und unser Selbstbewusstsein schwer erschüttert. Manche Kinder strampeln sich dann noch mehr frei, rebellieren und spielen so den Ball zurück. Die meisten geben jedoch nach und werden still und abhängig von der Anerkennung anderer.

Wie habt ihr reagiert? Welche „böse“Situation kennt ihr aus eurer Kindheit?

Ich kann mich noch gut an ein Erlebnis erinnern, bei dem ich  mich unwichtig und wertlos fühlte. Es war ein Streit mit meiner Schwester und ich wehrte mich das erste Mal energisch. Meine Eltern hatten die Vorgeschichte des Streits nicht mitbekommen, nur meine übermäßige Reaktion. Ich schlug mit der Faust auf den Tisch und sagte irgendetwas Ähnliches wie: „Jetzt reicht es mir!“ Ich lief weinend aus dem Raum und sperrte mich im Bad ein. Da saß ich recht lange und niemand kam, um mich zu trösten. Niemand nahm mich in den Arm und redete mit mir. Als ich dann wieder aufsperrte und zu den anderen ging, wurde ich ignoriert und mit den Worten “ Mach sowas nie wieder!“ stehen gelassen. Keine Frage, was los war, keine Klärung der Situation. Ich war ein sehr gutmütiges Kind und brav, zu brav, wie ich heute weiß. Erst bei einem Seminar wurde mir klar, dass alle solche Erlebnisse aus der Kindheit kennen und alle erinnerten sich daran. An ein Ereignis, das die Selbstliebe enorm beschränkte, erinnerte sich jeder Teilnehmer.

Solche Erlebnisse fördern nicht unbedingt unser seelisches Gleichgewicht und selbst ich habe bei meinen Kindern vermutlich Fehler gemacht. Ich nehme es meinen Eltern auch nicht übel, sie machten es nicht mit der Absicht mich zu schwächen. Eltern wollen, dass es den Kindern gut geht aber auch, dass es ihnen selbst gut geht und Kindererziehung ist eben nicht so einfach. Ohne diese prägenden Erfahrungen bekämen wir aber auch nicht die Möglichkeit uns zu entwickeln. Wir wollen Erfahrungen machen – auch wenn ihr jetzt glaubt, dass ihr diese Erfahrungen bestimmt nicht machen wolltet – genau diese bringen euch weiter. Wenn ihr lernt mit der geistigen Welt zusammenzuarbeiten – Hilfe zu erkennen und anzunehmen – werdet ihr mit einem Schatz an Erfahrungen zurückkommen. Lasst nicht alles mit euch geschehen, hinterfragt und versteht. Es ist an dieser Stelle sehr wichtig, dass ihr eure Partner, die dieses scheinbare Chaos oder Problem erzeugt haben nicht verurteilt. Wenn ihr Schuld zuweist, bleibt ihr in der Situation verhaftet und könnt sie niemals verarbeiten und daran wachsen.

„Vergebt und euch wird vergeben werden“, ist nicht einfach so ein Rat(aus der Bibel), es ist unabdingbar für Entwicklung. Schuldzuweisung und Schuldgefühl schwingen mit einer sehr tiefen fesselnden Energie. Es ist als ob ihr mit den Füßen im Sumpf steckt und mit den Händen gefesselt seid. Ihr könnt zwar nichts rückgängig machen, aber ihr könnt den Erlebnissen den Wert an Energie zuordnen, den ihr für angebracht haltet. Ein Verschieben ins Unterbewusstsein bringt nicht den gewünschten Effekt. “ Ihr müsst in den Krieg ziehen, sonst kommt der Krieg zu euch“, sagte ein Seminarleiter. Befasst euch mit euren Schatten und bittet um Hilfe bei der Auflösung.

Die gute Nachricht ist, dass wir uns unsere Selbstliebe Stück für Stück zurückholen können.

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Wir müssen dafür zu jener Zeit zurückkehren, in der wir unsere erste Erniedrigung bewusst wahrgenommen haben. Das wir bei den meisten von uns im Kleinkindalter sein. Sucht euch einen ruhigen Ort und erinnert euch an diese Zeit. Wo war es? Welche Jahreszeit, welche Tageszeit? Wie sah das Umfeld aus? Wer war beteiligt? Geht nun als erwachsene Person zu diesem Ort und begrüßt euch. Nehmt das Kind ( also euch) an der Hand und geht ins Kinderzimmer. Setzt euch mit dem Kind hin und lasst es erzählen. Alles was das Kind erlebt hat und worüber es traurig oder enttäuscht ist. Tröstet das Kind, nehmt es in den Arm und  versichert ihm, dass ihr immer für es da sein werdet und dass ihr es liebt. Dann legt das Kind schlafen, küsst es und haltet seine Hand. Wenn es beruhigt ist und bereit euch gehen zu lassen, geht aus dem Raum. Ihr könnt auch versprechen wieder zu kommen, wann immer es das Kind haben möchte.

Diese Art Meditation hat mir damals geholfen, das Erlebte zu verstehen und als Erfahrung zu integrieren. Es bereitet mir die Erinnerung nun keinen Schmerz mehr.

Nächste Woche geht es mit der Selbstliebe weiter. Ich werde euch eine Möglichkeit vorstellen, wie ihr euch Kraft und Energie zurückholen könnt. Bis dahin verbindet euch öfter mit euren Engeln und genießt es!

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